FE-Simulation: Referenzprojekte auf dem Gebiet der Materialdatenermitlung der Parsolve GmbH, Düsseldorf

An dieser Stelle sehen Sie anhand zweier Beispiele die konkrete Anwendung unseres professionellen Versuchs- und Auswertekonzeptes. Um dessen Bandbreite zu demonstrieren, wird es an einem Aluminiumdruckguß für Elastoplastizität und an einem Elastomer für Viskoelastizität demonstriert. Die mechanischen Eigenschaften dieser beiden Materialien unterscheiden sich sehr deutlich:

 

  • Bruchdehnung in der Größenordnung von 1% bzw. mehreren 100%
  • Materialinhomogenitäten aufgrund des Druckgussverfahrens mit resultierenden Streuungen in den experimentellen Daten bzw. homogenes Material mit stark nichtlinearer Viskoelastizität
  • Schädigungs- und Plastizitätseffekte dominierend bzw. Zeitabhängigkeit dominierend.

 

Das zuerst dargestellte Projekt wurde in der ATZ - Automobiltechnische Zeitschrift, Ausgabe 03/2008 veröffentlicht.

 

Aluminiumdruckguß für Getriebegehäuse

Zusammen mit der TU Kaiserslautern und der GM Powertrain GmbH wurden die Materialkennwerte für Elasto-Plastizität an 3 unterschiedlichen Probekörpergeometrien ermittelt. Es kamen dabei ein herkömmlicher Zugstab, ein gelochter Probekörper und ein seitlich gekerbter Probekörper zum Einsatz. Im folgenden ist ein gelochter, mit einem stochastischen Grauwertmuster versehene Probekörper dargestellt:

 

 

Um bei der späteren Materialdatenoptimierung sicher zwischen den rein elastischen und plastischen Anteilen der Deformation unterscheiden zu können, wurde ein Versuchsprogramm mit einer (elastischen) Entlastung gewählt (siehe Diagramm rechts). Es kam das unter Materialkennwerte beschriebene Mess- und Auswerteverfahren zur Anwendung. Alle durchgeführten Versuche, also alle drei Probekörperarten und alle Wiederholversuche wurden innerhalb einer Materialdatenoptimierung erfasst und berücksichtigt. Im folgenden animierten GIF sieht man in 20-facher Überhöhung einen Vergleich der gemessenen und simulierten Verschiebungen der einzelnen unterschiedlich belasteten Bereiche eines gelochten Probekörpers.

 

Mit Mausklick animieren

 

Man erkennt deutlich die gute Übereinstimmung. Die bleibenden Verformungen werden an allen relevanten Stellen unterschiedlicher Spannungszustände sehr gut abgebildet. Dies wird noch deutlicher wenn man sich den Verschiebungs-Zeit-, sowie Kraft-Verschiebungs-Verlauf an 5 repräsentativen Knoten im Detailvergleich ansieht:

 

 

Mit Klick vergrößern

 

Elastomer in der Medizintechnik

Zusammen mit der ECP Entwicklungsgesellschaft mbH in Berlin wurde die Materialkarte für Viskoelastizität ermittelt. Dabei wurden neben den Kennwerten für die Grundelastizität die Parameter für das Kurzzeit- und Langzeitrelaxationsverhalten bestimmt. Es kam ein gelochter Rechteckprobekörper in zwei zeitlich unterschiedlich durchgeführten Versuchen zur Anwendung. Auf den folgenden Abbildungen sind der eingespannte Probekörper sowie die Kraft-Zeit-Verläufe der beiden Versuchsarten dargestellt:

 

Mit Klick vergrößern

Schaut man sich die zugehörigen Verifikationen an, ist wiederum eine sehr gute Übereinstimmung der Verschiebungsverläufe an nahezu allen Stellen der Probekörperoberfläche gegeben. Eine separate Auswertung der Versuche für das Kurzzeit- und Langzeitverhalten macht eine noch bessere Anpassung möglich, sollte das eine bzw. andere Materialverhalten in der späteren Bauteilanwendung dominieren.

 

Mit Mausklick vergrößern und animieren

 

Die mit dem ermittelten Datensatz (18 Materialparameter für das elastische und viskose Verhalten) durchgeführten FEM-Analysen zeigen deutlich, wie das viskoelastische Verhalten nun abgebildet werden kann. Es sind die logarithmischen Dehnungen, die von Mises-Spannungen und die hydrostatischen Spannungen jeweils beim Kraftmaximum (oben) und am Versuchsende (unten) dargestellt.

Mit Mausklick vergrößern

 

 

 

 

 

Nach oben